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Route des Grandes Alpes

Reiseplanung und Vorbereitung

Meine neue BMW R 1200 GS

Nachdem ich im Frühjahr 2014 meine R 1200 R gegen eine R 1200 GS (die neue mit einer Kombination aus Luft- und Flüssigkeitskühlung) »eingetauscht« habe, wollte ich mir als Dreingabe auch einmal etwas Besonderes gönnen. Die »Route des Grandes Alpes« gilt bei Motorradfahrern als das »Sahnehäubchen« unter den Motorradtouren im europäischen Alpenraum und eben diese Tour sollte für die Einweihung meines neuen Zweirads herhalten.

Quellen zur »Route des Grandes Alpes«

Da muss zuerst die Website »www.grande-traversee-alpes.com/« genannt werden. Diese Seite enthält Informationen auf Französisch und in Englisch vor allem für Radfahrer, doch die Strecke bleibt für Motorrad- und für Radfahrer ja die selbe. Ferner gibt es auf diversen Internetseiten ausgezeichnete Berichte über diese Tour, wie z.B. »www.tourenfahrer.de«, »www.touren-biker.de«, »www.tour-magazin.de«, »www.bikerszene.de«, »www.rhonealpes-touren.de«. Mehr schreibe ich hier nicht, denn dafür sind die Internet-Suchmaschinen da.
Die Bibel für Motorradtourenfahrer, DENZEL, Großer Alpenstraßenführer, DENZEL-Verlag Innsbruck, 23. Ausgabe, ISBN 978-3-85047-766-6 (im Folgenden: DENZEL), widmet dieser Tour neben den ohnehin detailreich beschriebenen, auf dieser Strecke liegenden Alpenpässen eigens drei Seiten (S. 476 bis S. 478). Außerdem hat mir mein Freund Leo (in meiner Stammkneipe nennt man ihn »BMW-Leo«) so viele Informationen zu dieser Tour gegeben, dass ich sie beinahe ohne Sichtung weiteren Materials hätte fahren können.

Routenplanung für das Navi

Schon Wochen vor der Tour begann ich, die gesamte Strecke mit dem Programm »GARMIN BaseCamp« auszuarbeiten. Am Ende waren es 37 Teilabschnitte (einschließlich einiger Varianten zum Abkürzen oder zum Verlängern, je nach Bedarf), welche ich dann alle auf mein Motorrad-Navi »GARMIN Zumo 660« übertragen und abspeichern wollte. Ob das so gelang, wie ich es mir vorgestellt hatte, kann im Reisebericht weiter hinten nachgelesen werden.

Ausrüstung

Nachdem ich bei meiner Nordkaptour im Sommer 2012 viel zu viel an Gepäck dabei hatte (siehe meine Ausrüstungsliste am Ende der Berichtsteile über die Rückreise vom Nordkap), wurde diese Liste für die »Route des Grandes Alpes« kräftig abgespeckt. Vor allem am Werkzeug habe ich gespart und auf die Dinge zum Zubereiten von heißen Getränken oder Mahlzeiten verzichtet. Für unterwegs hatte ich etwas Wurst und Käse, ein wenig Brot und Getränke dabei und diese Sachen bei Bedarf während der Tour nachgekauft. Mein SALEWA-Zelt, ein Schlafsack, eine aufpumpbare Unterlage zum Schlafen und verschiedene Kleinteile, die man so zum Zelten benötigt, waren ebenfalls im Gepäck, denn ich wollte nicht das Risiko eingehen, lange nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen zu müssen. In Frankreich reiht sich bekanntermaßen ein Campingplatz an den anderen und für ein Zelt sollte es wohl immer einen freien Platz geben.

Als »persönliche Ausrüstung« habe ich mir zwei Wochen vor der Abreise weiche Tages-Kontaktlinsen angeschafft, denn das umständliche Einschieben der Brille in den Visierausschnitt des Motorradhelms ist jedesmal ein Greuel. Zwar benötige ich mit den Kontaktlinsen bei weniger gutem Licht zum Lesen von Kleingedrucktem zusätzlich noch die Brille, doch gestaltet sich die Fahrerei mit den Kontaktlinsen insgesamt viel bequemer als mit dem Augengestell. Das Einsetzen und das Herausnehmen der Kontaktlinsen war schnell geübt, ich benötige dafür nur einen guten Vergrößerungsspiegel und man hat bekanntlich bei einer Motorradreise einen sehr begrenzten Platz für das Gepäck. Bei mir gibt es keine Probleme beim Tragen, auch wenn die Linsen schon mehrere Tage oder Wochen nicht eingesetzt wurden, aber da habe ich auch schon Gegenteiliges gehört. An dieser Stelle gehen recht herzliche Grüße an die netten Leute von Optik STOCK in München-Moosach.

 

Karten

Die nachfolgend - ohne jegliche Wertigkeitseinstufung - aufgelisteten Karten dienten zur Vorbereitung der Tour: Ich hatte sie auf der Reise mit dabei:

Übersichtskarte - Gesamtstrecke

Eine Karte mit der Gesamtstrecke ist auf geringen Ausgabebreiten schlecht darstellbar. Da ich mich bei der Gestaltung meiner Internetseiten auf eine Breite für den Inhaltsteil von nur 792 Pixeln entschieden habe, ergibt eine Karte von München bis ans Mittelmeer keinen Sinn, weil darauf keine Details mehr zu erkennen wären. Aus diesem Grund werde ich zu den einzelnen Routenabschnitten einige Detailkarten ausarbeiten und in die betreffenden Berichtsseiten einbauen.

Etappe 1: Von München bis Flüelen am Vierwaldstättersee / Schweiz

Route von München bis zum Hochtannbergpass

München, Oberau, Ettal, Grenze Deutschland / Österreich, Plansee, Reutte (Lech), Steg (Lech), Hochkrumbach / Hochtannbergpass.

Dunkle Wolken über der Münchner Innenstadt
Dunkle Wolken über der Innenstadt von München.
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Montag, 14. Juli 2014

Morgen will ich losfahren und höre draußen dumpfes Grollen. Beim abendlichen Blick aus dem Fenster schwant mir Übles, denn über der Münchner Innenstadt türmen sich bedrohliche Wolken auf.



Dienstag, 15. Juli 2014

Das Gewitter von gestern Abend hat sich mehr über der Innenstadt und den südlichen Stadtteilen ausgetobt und unseren Nordwesten nur am Rand gestreift. Die Maschine ist aufgetankt, die Seitenkoffer sind voll gefüllt, der Tankrucksack ist an seinem Platz gut befestigt, die LOUIS-Gepäckrolle und die BMW-Tasche sind auf dem Soziasitz fest verzurrt, die auf den Seitenkoffern befestigten Zusatztaschen von TOURATECH ebenso. Also nehme ich meinen Platz auf der Fahrersitzkuhle ein, starte den Motor, setze die Tages-km-Zähler I und II auf Null, schalte das Navi ein, lade den ersten Routenabschnitt von zuhause bis zum Hochtannbergpass, verabschiede mich von meiner Frau und rolle um 08:45 von unserer Hofeinfahrt auf die trockene Straße hinaus. »Route des Grandes Alpes«, ich komme!

Blick ins Loisachtal in Richtung Zugspitze: Der Himmel klart mehr und mehr auf
Im Loisachtal mit Blick in Richtung Zugspitze.
Bild rechts:
In München gibt es auf der Garmischer Straße bis zum Luise-Kiesselbach-Platz den üblichen Stau. Doch gleich danach, auf der A95 von München nach Garmisch-Partenkirchen, rolle ich mit der erlaubten Geschwindigkeit dahin. Beim Rasthof Höhenrain erwischt mich ein kurzer Regenschauer, es sind aber nur ein paar Tropfen. Je mehr ich mich den bayerischen Voralpen nähere, desto besser wird das Wetter. Kurz vor der Ausfahrt Eschenlohe fahre ich einen Parkplatz an und fotografiere in Richtung Zugspitze ins Loisachtal hinein. Der Himmel klart auf und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Am Autobahnende noch einmal ein Stau, doch ich kann zügig überholen. Ursache des Staus war eine Polizeikontrolle.

Karte von Oberau bis Elmen im Lechtal
Karte von Oberau bis Elmen im Lechtal.
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Karte links:
Für alle, die es interessiert und insbesondere für die, denen die vorhin aufgezählten Orte nichts sagen, habe ich mich einmal an der Fertigung folgender Karte versucht. Auf ihr ist der erste Streckenteil etwa vom Ende der A95 bei Eschenlohe bis nach Elmen im Lechtal mit roter Farbe markiert. Für eine größere Darstellung bitte den unter der kleinen Karte stehenden Link »BILD GROß...« anklicken.

am Plansee
Am türkisfarbenen Plansee.
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Bild links:
Bei Oberau geht es flott hinauf auf den Ettaler Sattel (829m). Das ist mein erster »Pass« auf dieser Tour. Nach Ettal biege ich in Richtung Schloß Linderhof ab und stehe zwei Minuten vor 11 Uhr am türkisfarbenen Plansee.
Auf der Weiterfahrt passiere ich den 994m hohen Rossrücken. Von einem »Rücken« ist eigentlich wenig zu spüren, denn die Straße steigt nach dem Kleinen Plansee (das ist das südwestliche Ende des Plansees am Lähnwald) zunächst nur ein kurzes Stück an und fällt dann steil ab hinunter nach Reutte im Lechtal.

im Lechtal bei Elmen
Im Lechtal: Wenn man hier links abbiegt, gelangt man über das Hahntennjoch nach Imst.
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Im schönen Lechtal ist zwar das Wetter noch einmal ein Stück besser, aber ich bekomme beim Vorbeifahren an einem Hinweisschild gerade noch so mit, dass die Strecke von Lech nach Warth montags bis donnerstags von 12:00 bis 18:00 gesperrt ist. Heute ist Dienstag und es nicht mehr lang hin bis Mittag. Da ich auch nicht zu oft im oberen Lechtal unterwegs bin, weiß ich - ohne einen Blick in die Landkarte zu tun - nicht, ob die Sperrung auf meiner Route liegt. Zum Herauskramen der Karte bleibt keine Zeit, aber an der Abzweigung bei Elmen zum Hahntennjoch muss noch schnell ein Foto her. Um die für das Fotografieren benötigte Zeit einzuholen, gebe ich etwas mehr Gas und brause gelegentlich schneller als die Polizei es erlaubt die Lechtalstraße (Nr. 198) nach Warth hinauf. Kurz vor Warth ist eine Baustelle mit Ampelschaltung und ich erwische gerade noch so die Übergangsphase vom Grün auf das Rot. Um 12:04 Uhr stehe ich dann in Warth vor der Absperrung, aber zum Glück zeigt mein Navi die Weiterfahrt auf der Straße Nr. 200 an und die Sperrung betrifft nur das abseits meiner Route gelegene Stück von Warth nach Lech.

am Hochtannbergpass
Um 12:11 Uhr stehe ich am Hochtannbergpass.

Bild links:
Knappe 6 km nach Warth und 2½ km nach Hochkrumbach stehe ich um 12:11 Uhr am Hochtannpergpass (Sattel von Hochkrumbach, laut DENZEL 1676 m). Hier oben ist der Himmel ziemlich bewölkt, aber es regnet nicht. An diesem Pass endet meine erste Navi-Teilroute und ich aktiviere die zuhause bereits eingespeicherte nächste Teilroute bis Flüelen am Vierwaldstättersee. Es ist etwas ungemütlich auf dieser Passhöhe und deshalb will ich hier nicht lang verweilen. Motor an, ersten Gang rein und weiter.

Route vom Hochtannbergpass bis Flüelen am Vierwaldstättersee

Hochkrumbach / Hochtannbergpass, Schoppernau, Rehmen, Damüls, Furkajoch, Rankweil, Feldkirch, Grenze Österreich / Liechtenstein, Nendeln, Grenze Liechtenstein / Schweiz, Haag im Rheintal, Sargans, Mels, Walensee, Glarus, Linthal, Klausenpass, Bürglen, Flüelen.

 
Auf der folgenden Karte ist der Abschnitt von Elmen im Lechtal (das ist der ungefähre Endpunkt in der vorigen Karte) über den Hochtannbergpass bis Schoppernau nicht enthalten. Ebenso fehlt das Teilstück von Nendeln / Liechtenstein bis etwa nach Sargans / Schweiz.
Karte: Von Rehmen bis Rankweil
Karte von Rehmen im Tal der Bregenzerache über das Furkajoch bis Rankweil.

Die Straße hinunter nach Schröcken und Schoppernau ist gut zu fahren. Der geringe Verkehr ist für mich kein Problem, zumal das Überholen auch mit der schwer beladenen Maschine schon bergauf ein Kinderspiel ist, dann erst recht bergab. Die bei eingefleischten Motorradfahrern gut bekannten Serpentinen vor Schröcken fahre ich mit Genuss und nicht zu langsam, damit die Maschine nicht in die Kurveninnenseite kippt. In Damüls macht mich mein Navi auf die Abzweigung zum Furkajoch (nicht zu verwechseln mit dem Furkapass in der Schweiz!) aufmerksam und schon geht es in besonders schöner Landschaft die etwas ruppige, enge Landesstraße Nr. 51 hinauf.

Halt kurz nach dem Furkajoch
Rast kurz nach dem Furkajoch.
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Am Furkajoch (1761m) ist es ebenfalls nicht besonders einladend und ich fahre zunächst ohne anzuhalten weiter. Doch kurz nach dem Pass verspüre ich starke Krämpfe in beiden Oberschenkeln und bleibe um 13:03 Uhr stehen, damit die Durchblutung wieder in Gang kommt. Jetzt verläuft die L51 in Richtung Rankweil weit oberhalb der »Üblen Schlucht«, welche gar nicht übel, sondern von oben betrachtet sehr schön anzuschauen ist. An geeigneten Stellen soll von hier aus der Blick auf den höchsten Berg im Alpstein (Ostschweiz), dem Säntis (2502m), frei werden. Ein solcher Blick wäre wohl möglich, wenn nicht die Wolken etwas dagegen hätten. So mache ich wenigstens ein Foto in die Richtung, in welcher sich der Säntis erheben müsste. Mit etwas Phantasie kann man sich den Alpstein ja hinter den Wolken vorstellen. Überhaupt - so denke ich - bräuchte ich nicht immer stehen zu bleiben, um Fotos zu machen, denn Menschen mit Phantasie können sich den Inhalt der Fotos ja vorstellen. Aber, es gibt unter meinen Freunden einen, der auf meine Fotos wartet. Was mache ich nicht alles für dich, lieber H.?
Basilika Rankweil
Die Basilika Rankweil.

Bild links:
Bei einer Shell-Tankstelle an der Walgaustraße in Rankweil lege ich um 13:35 Uhr den nächsten Stopp ein. In den Tank meiner Maschine passen nach 247,5 km knappe 11,5 Liter Shell Super V100 und dafür werde ich EUR 18,50 los. Es ist sehr warm und ich brauche mich nicht lang zum Kauf eines Sandwich-Eis und eines Kaltgetränks zu überwinden. Viel will ich jetzt nicht zu mir nehmen, denn heute Abend im Hotel werde ich sicher zuschlagen.

Auf einem unweit nördlich der Tankstelle steil aufragenden Felsen, dem 50m hohen Liebfrauenberg, steht die Basilika Rankweil, eine Burgkirche, deren Erbauungsgeschichte bis etwa in das Jahr 700 zurückreicht. Kirchenburgen sind eine Sonderform früher christlicher Kultbauten in Rätien. Sie waren auf schwer zugänglicher Höhe angelegt, mit einem Mauerring und meistens auch mit einem Friedhof umgeben. Wer mehr wissen
will, kann das z.B. bei »www.basilika-rankweil.at/Basilika/baugeschichte« nachlesen. Um Missverständnissen hinsichtlich der Verletzung von Urheberrechten vorzubeugen: Dieses Foto habe ich selbst geknippst, es stammt nicht aus dem Netz!

Mein GARMIN Zumo 660 ist überfordert

Von Rankweil fahre ich nach Feldkirch und dann über die Grenze Österreich / Liechtenstein. In Nendeln geht es rechts ab auf die Rheinstraße (später: Essanestraße) und auf dieser Straße über den Rhein und in die Schweiz. An einem Kreisverkehr ist eine Baustelle, die einen elendigen Stau verursacht. Nicht einmal mit einem Motorrad gibt es ein Vorbeikommen an der Pkw-Schlange. Dann spielt auch noch mein Navi verrückt. Es lotst mich auf einer heute nicht mehr nachvollziehbaren Strecke ungefähr 20 km im Kreis herum. Ich möchte auf keinen Fall auf eine Autobahn geraten, da ich keine Vignetten gekauft habe. Mehr meinem Gefühl folgend achte ich jetzt nicht mehr auf mein Navi, sondern suche auf schweizer Seite die Straße Nr. 13, die ich letztlich auch finde. Auf dieser Straße geht es durch eine schier ununterbrochene Kette von Ortschaften mit vielen 30 km/h-Beschränkungen bis Sargans. Dort biege ich rechts ab auf die Straße Nr. 3 und fahre in Richtung Walensee. Das würde ich mir nie mehr wieder antun! Lieber kaufe ich Vignetten und benutze die Autobahn!

Auf der folgenden Karte ist der Abschnitt von Nendeln (Liechtenstein) bis etwa zu den Orten Sargans und Mels (Schweiz) nicht enthalten. Ich kann die gefahrene Route ohnehin nicht mehr exakt nachvollziehen und müsste dafür die Tripaufzeichnung von meinem Navi herunterladen. Da diese Strecke aber nicht empfehlenswert ist, unterlasse ich das.
Karte: Von Murg bis Flüelen
Karte von Sargans (kurz vor dem Walensee) bis Flüelen am Vierwaldstättersee.


Rast am Walensee beim Abzweig zum Murgtal
Rast am Walensee beim Abzweig zum Murgtal.
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Bild rechts:
Nach Sargans wird es landschaftlich sehr schön und es ist warm, sehr warm. Ich muss eine Pause machen, um etwas zu trinken und bleibe am Walensee in Höhe der Abfahrt ins Murgtal stehen. Es weht ein starker Wind, den ich aber als angenehm empfinde. Da ich stark durchgeschwitzt bin, breite ich meine Motorradjacke zum Trocknen aus und sortiere die in dem Klarsichtfenster des Tankrucksacks steckenden, nicht mehr benötigten Landkartenblätter aus und ersetze diese durch die aktuellen Kartenblätter für die Weiterfahrt.

Am Walensee: Meine BMW R 1200 GS
Am Walensee: Meine BMW R 1200 GS.




Bild links:
Bei dieser Rast am Walensee habe ich endlich einmal Zeit und Muse, meine neue BMW R 1200 GS zu fotografieren. Sie soll sich jetzt gut ausrasten, denn bald geht es über den Klausenpass.

Am Urnerboden
Vom Kanton Glarus in den Kanton Uri.


Auffahrt zum Klausenpass

Glarus-Nord, Glarus-Süd, Schwanden, Linthal: Diese Orte sind mir aus der Vorbereitung der Tour in Erinnerung. Es geht wegen des relativ dichten Verkehrs nicht so zügig voran. In Linthal dann diverse Warnschilder und Befahrensverbote für den Klausenpass, aber das betrifft nur Pkw mit Wohnanhänger, Lkw und Busse ab einer bestimmten Länge und Breite. Schnell wird noch ein uraltes, den Berg hinaufkriechendes, aus dem Auspuff arg herausrußendes braunes Wohnmobil überholt und dann kommen die ersten Serpentinen der Auffahrt zum Klausen. Hier überwindet die Straße in 10 Kehren einen Höhenunterschied von etwa 600 Metern. Seit Linthal gibt es kaum Verkehr und bald bin ich am Urnerboden, wo die Grenze zwischen den Kantonen Glarus und Uri verläuft.
Signalstock und Rot Nossen im Dunst
Signalstock und Rot Nossen im Dunst.


Bild links:
Im Urnerboden ist die Natur sehr beeindruckend, denn zu beiden Seiten des Fätschbachtals ragen die Berge steil auf. Die Südostabstürze der Glarner Alpen, der Signalstock (2573m) und der Rot Nossen (2502m), sind wolkenverhangen und bei Gegenlicht will im Dunst kein Foto so richtig gelingen. Für Interessierte gibt es bei »www.gipfelderschweiz.ch« mehr und sehr gute Informationen.
Am Urnerboden: Blick zum Vorderchlus
Am Urnerboden: Blick zum Vorderchlus.
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Bild rechts:
Ein Blick in die Fahrtrichtung zeigt, dass die Klausenpassstraße jetzt mit relativ geringer Steigung bergauf führt. Noch im Urnerboden verweilend sehe ich in Fahrtrichtung am Talende einen rampenartigen Aufschwung (»Vorderchlus« genannt). Dort (etwas links unterhalb der Bildmitte und auf dem größeren Bild besser zu erkennen) geht es dann wieder steil hinauf. Bis jetzt war alles nur Spielerei, aber ab Vorderchlus wird meine volle Konzentration bei der Passfahrt gefordert sein.

Im Felsenkessel Vorderchlus
Im Felsenkessel »Vorderchlus«.
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Bild links:
Nun bin ich im wildromantischen Felsenkessel des Vorderchlus. Von überall stieben Wasserfälle herab. Gleich beginnen wieder die engen Serpentinen. Beim Hinauffahren und beim Blick nach oben, ob sich ein Fahrzeug nähert, stört mich nun keine Brille mehr und ich kann vor den engen Serpentinen einen großen Kurvenradius lenken, indem ich auf auf die Gegenfahrbahn wechsle, wenn man hier angesichts der engen Straße überhaupt von zwei Fahrbahnrichtungen sprechen kann. Nun zeigt sich der wesentliche Vorteil von Kontaktlinsen gegenüber der Brille beim Pässefahren.

Im Vorderchlus: Blick zurück mit dem Rückspiegel
Im Vorderchlus: Blick zurück.



Bild rechts:
Im Vorderchlus: Manchmal ist ein Blick zurück auch ganz interessant. Auf jeden Fall ist dort, wo ich herkomme, das Wetter besser.


Schild: Klausenpass 1952m
Klausenpass: 1948m (laut DENZEL).


Bild links (17:10 Uhr):
Ich erreiche die Passhöhe des Klausen (1952m - laut Schild an der Passhöhe). Nach DENZEL, Seite 174, sind es nur 1948m. Die Straße wurde im Jahr 1899 vollendet, misst zwischen Linthal und Altdorf 47 km und ist normalerweise von Juni bis Mitte November geöffnet.

Leider ist die den Pass umgebende grandiose Bergwelt in Wolken gehüllt, so dass es z.B. von den Clariden (3268m) und dem Chli Schärhorn (3234m) keine Fotos gibt.


Wer hat's erfunden? Die Schweizer natürlich!
Die Schweizer Fahne: Weißes Kreuz auf rotem Grund
Weißes Kreuz auf rotem Grund.


Schild: Zum Hauptwegweiser 1m
Zum Hauptwegweiser »1 m«.
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Bild rechts:
Blick von der Passhöhe des Klausen zum Oberen Balmer Butzli.
In der Schweiz ist halt alles gründlich geregelt, sogar, dass es nur »1 m« bis zum Hauptwegweiser ist.
Hotel Flüeler Hof am Vierwaldstättersee
Hotel Flüeler Hof.

Abfahrt vom Klausenpass und Ankunft in Flüelen

Kurz nach der Passhöhe wird die Straße hinunter nach Unterschächen im Tal des Schächen sehr schmal und das Fahren erfordert wieder höchste Aufmerksamkeit, zumal die Straße an vielen Stellen förmlich in den Fels gehauen ist und immer wieder Gesteinsbrocken herumliegen. Auch scheint die Randabsicherung eher psychologischen als verkehrssichernden Aspekten zu dienen. Wer hier von der Straße abkommt, hat garantiert mehrere hundert Meter freien Flug. Von der wiederum sehr beeindruckenden Landschaft gibt es daher keine Fotos. Zum Trost zeige ich dafür dieses schöne Bild von meinem Übernachtungshotel »Flüeler Hof«.

Im »Flüeler Hof« habe ich ein Zimmer reserviert. Das Motorrad parke ich auf dem Parkplatz vor dem Hotel und ich kann es von meinem Zimmer aus sehen, was mich irgendwie beruhigt. Schnell sind die am Motorrad angebrachten Koffer und Taschen geleert und meine Sachen ins Zimmer gebracht. Nach der Abendtoilette gehe ich ins Restaurant des Hotels und verspeise dort gegen 19:45 Uhr eine Pizza. Dazu gibt es einen großen Salat, ein Bier und Mineralwasser. Das Essen und die Getränke sind nicht gerade billig, schweizer Preise eben. Nach dem Abendessen mache ich noch einen kurzen Spaziergang durch den Ort und an das nahe liegende Ufer des Vierwaldstättersees, aber die Bürgersteige sind schon hochgeklappt.
Für die Übernachtung im »Flüeler Hof« bezahle ich ~84 EUR und für das Abendessen blättere ich ~40 EUR hin. Das Hotel hat auch eine Internetseite: »www.flueelerhof-rustico.ch«

Für den Fall, dass jemand aus meiner Leserschaft an einer Übernachtung im Hotel »Flüeler Hof« interessiert ist, möchte ich darauf hinweisen, dass das Haus an der stark frequentierten Gotthard-Bahnlinie und an der ebenfalls gut befahrenen Bundesstraße Nr. 2 liegt. Da kann der Vierwaldstättersee nicht viel dagegen ausrichten. Aber, wenn man so müde ist wie ich, stört kein noch so lauter Lärm. Übrigens kann ich den im Internet gefunden Hinweis auf eine gewisse Unfreundlichkeit des Personals überhaupt nicht bestätigen. Auch die Besitzer waren sehr freundlich und aufmerksam. Spät abends bezog eine asiatische Reisegruppe ihre Zimmer. Die Besitzer meinten tags darauf zu mir, dass es ohne die Touristen aus Asien schwer wäre, das Hotel zu erhalten. Und noch eine Bitte an alle Asiaten, die meinen Bericht lesen: Dreht bitte nicht an allen Knöpfen und Griffen fremder Motorräder, fotografieren reicht!

Etappe 1: Distanzen, Benzinverbrauch, Zeiten
Distanzenkm
München bis Rankweil (Tankstelle):245,5 km
Rankweil bis Flüelen:163,2 km
Distanz (Etappe 1):408,7 km
TankenLiter
Der Tank war bei der Abfahrt mit 20 Litern vollgefüllt. 
Tanken in Rankweil11,5 Liter
ZeitenZeit
Abfahrtszeit:08:45 Uhr
Ankunftszeit:18:00 Uhr
Gesamtzeit (diese Etappe):9 Std. 15 Min.


Im nächsten Berichtsteil geht es weiter.

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